Meeresforschung

Exponate zur Messung von Strömungsgeschwindigkeiten, ozeanografische Systeme, Bilder vom Meeresboden und das Tauchen im Meer beeindrucken hier.

In einer ehemaligen Montagehalle mit ca. 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche erwartet den Besucher eine Schausammlung zur Entwicklung der Deutschen Meeresforschungstechnik. Geräte, die der Gewinnung von Proben vom Meeresboden dienen, Tauchtechnik von 1800 bis zur Gegenwart und unbemannte und bemannte Unterwasserbeobachtungsgeräte bilden hier das Hauptaugenmerk der Präsentation.

Nicht wenige Besucher im NAUTINEUM verspüren beim Anblick der Tauchstation BAH-I womöglich das Kribbeln von Unterwasser-Abenteuer und Pioniergeist. Sie liegen damit gar nicht so falsch, denn als die Station 1968 von der Firma Babcock in den Dienst gestellt wurde, war die Tauchtiefe von 20 Metern in der Tat noch ein Wagnis und ein Schritt in oft unbekanntes Neuland. Die BAH-I als erste deutsche Unterwasserstation sammelte quasi nützliche Erfahrungen für das wesentlich größere Unterwasserlabor HELGOLAND, das auf dem Ausstellungsgelände gleich nebenan besichtigt werden kann.    

Im Freigelände der weitläufigen Anlage steht das Unterwasserlabor (UWL) HELGOLAND. Es diente in den 1980er Jahren Forschungsarbeiten im Meer und gilt bis heute als herausragende technische Pionierleistung deutscher Ingenieurkunst. Mit einer Länge von 14 Metern und einem Durchmesser der Wohn- und Arbeitsröhre von 2,5 Metern sollte die Tauchstation den Forschern - damals Aquanauten genannt - einen mehrwöchigen Aufenthalt unter Wasser bei einer gewissen Lebensqualität ermöglichen. Es gab fließend warmes und kaltes Süßwasser, Dusche, Radio, Kühlschrank, eine moderne Küche, ein hoch technisiertes WC, Klimaanlage und große, bequeme Kojen. Möglich wurde die Versorgung mit Strom und Luft durch eine schwimmende Versorgungstonne oberhalb der HELGOLAND, die ähnliche Ausmaße wie das UWL selbst hatte.

So standhaft und aufrecht, wie sich der Telemetriemast im NAUTNEUM den Besuchern präsentiert, dürfte sich die Beobachtungsstation an ihrem ursprünglichen Standort inmitten hoher Wellen der Ostsee selten gezeigt haben. Von Wissenschaftlern der Uni Rostock für eine Langzeitbeobachtung unter Wasser konstruiert, sollte der 15 Meter hohe Mast an der Küste vor dem Ostseebad Nienhagen allen widrigen Bedingungen gewachsen sein. Ein schwergewichtiges Fußgelenk, heute vor dem Mast liegend zu sehen, ermöglichte eine flexible Reaktion auf Wellen, Sturm und Eisgang, wobei Mast und Plattform nicht selten in extreme Schieflage gerieten. Und das ganz bewusst, um sie vor irreparablen Schäden zu schützen.